Mai11
Was kommt nach den Apps

Apps sind im Moment der Renner und überall werden Sie für alle möglichen Funktionen und Lebenssituationen entwickelt. Doch was kommt nach den Apps, werden Sie durch eine andere Technologie abgelöst? Wie sieht die digitale Zukunft aus? In diesem Artikel möchte ich einen Blick in die Zukunft wagen und eine Vision aufzeigen.

Apps sind nette kleine Helfer, aber sie haben aktuell einige Einschränkungen. Sie haben meist einen engen Fokus auf eine einfache Funktionalität und sind oft isoliert und eingeschränkt auf das jeweilige Gerät des Nutzers. Das Problem ist, dass viele Tätigkeiten nicht isoliert, sondern untereinander zu einem Prozess verbunden sind, der sich oft über mehrere Geräte erstreckt. Hier kommen aktuelle Apps schnell an ihre Grenzen und bieten dem Nutzer nur eine eingeschränkte User Experience.
Dagegen bieten Smart Agent Technologien neue Möglichkeiten der Interaktion, die weit über die einfache Nutzung einer App auf einem Gerät hinaus gehen. Aktuelle Beispiele für Smart Agent Technologien sind Virtuelle Private Assistenten (VPA) wie Cortana, Google Now oder Siri. Bei diesen Technologen interagiert der Nutzer nicht mehr direkt mit der App, sondern über Sprache mit dem VPA, die App läuft im Hintergrund. Zudem kann der VPA weitere Informationen einbeziehen, z.B. den Standort des Nutzers und so auf die Situation und den Kontext des Nutzers passende Funktionen anbieten.
Inzwischen entstehen neue Agenten für geschäftliche Zwecke wie Openstream EVA, Viv und Api.ai.

Analysten wie Gartner, Forrester und Accenture sehen eine Entwicklung die Smart Agent Technologien mehr in den Fokus rückt und die Apps in den Hintergrund drängt. Gartner redet sogar von der „post-app era„:

By 2020, smart agents will faciliate 40% of mobile interactions, and the post-app era will begin to dominate [Gartner]

In Zukunft spielen also nicht einzelne Apps eine zentrale Rolle, sondern der Fokus wird die Verknüpfung von Geräten, Diensten und Kontext mit einer einfachen User Experience sein. Um sich diese Zukunft besser vorstellen zu können, hier meine kleine Geschichte aus der digitalen Welt:

Ich bin im Winter auf einer Konferenz im Ausland. Es ist eisig kalt.
Am Ende der Konferenz schaue ich auf dem Laptop wie die aktuelle Verkehrslage aussieht. Mal wieder viel Stau auf den Autobahnen.
Ich sage meinem Virtuellen Privaten Assistenten (VPA) das ich in den nächsten Minuten nach Hause fahren möchte. Er berechnet die optimale Route unter Berücksichtigung der aktuellen und prognostizierten Verkehrslage und zeigt mir die Route am Laptop an. Auf der Route wird ein Tankstopp eingeplant, da meine Tankfüllung nicht bis nach Hause reicht.
Der VPA aktiviert die Standheizung im Auto, damit es im Auto warm ist und die Scheiben eisfrei sind.
Einige Minuten später steige in das wohlig warme Auto und fahre los. Das Navi kennt bereits die zuvor berechnete Route und startet die Navigation. Auf der Fahrt höre ich im Auto ein Hörbuch um mir die Zeit zu vertreiben.
Als ich die Grenze nach Deutschland passiere informiert der VPA mein Versicherungsunternehmen, dass ich wieder in Deutschland bin. Der Auslands-Risiko-Zuschlag in meiner KFZ Versicherung wird automatisch deaktiviert und ich habe wieder den Standard-Inlands-Tarif.
Zu Hause angekommen wird, kurz bevor ich das Haus betrete, im Haus eine Ambiente Lichtstimmung eingeschaltet, die eine Wohlfühl-Atmosphäre schafft. Willkommen zu Hause, es ist schön wieder da zu sein. Nach dem Betreten des Hauses wird, das im Auto gestartete Hörbuch, automatisch auf der Stereoanlage fortgeführt. Ich zünde den Kamin an und lasse den Tag mit einem Whiskey ausklingen. Ein Tag, bei dem mir mein VPA mal wieder, über die Grenzen verschiedener Geräte, viel lästige Routinearbeit abgenommen hat.

Zusammengefasst heiß diese Zukunft

  • Wir befinden uns in einem Digitale Netz aus verknüpften Geräten (incl. IoT), Informationen, Apps, Services, Business und Menschen mit dem Mensch im Mittelpunkt.
  • Wir interagieren nicht mehr direkt mit einzelnen Apps
  • Wir sind nicht mehr an ein Gerät gebunden
  • Wir können über Geräte hinweg durchgehend und nahtlos agieren
  • Smart Agent Technologien und Geräte agieren autonom
  • Der Kontext in dem wir uns befinden wird berücksichtigt (Standort, Tageszeit, etc)
  • Der VPA ist Schnittstelle zwischen Mensch und digitaler Welt

Diese neue Zukunft heißt aber auch, dass in Fachbereichen und IT umgedacht und sich darauf vorbereitet werden muss. Bisher gab es eine Konzentration auf die transaktionalen Aspekte: Die Durchführung und der Abschluss einer Dienstleistung. Künftig liegt der Fokus auf Interaktion und die Frage: Was der Nutzer gerade tut oder zu Tun beabsichtigt.
Folgende Punkte sind ebenso zu beachten:

  • Die mobile App ist nicht mehr unbedingt die beste Interaktionsmöglichkeit mit dem Kunden.
  • Es muss eine User Experience geschaffen werden, die eine durchgehende, umgebungsabhängige digitale Erfahrungen über Geräte, Zeit und Ort ermöglicht
  • Cloud, IoT- und Service-Architekturen sind die technische Grundlage für diese Zukunft
  • Security bekommt einen besonders hohen Stellenwert

Ich wäre jetzt kein IT-Architekt, wenn ich zum Schluss nicht noch ein High Level Architektur Bild hätte.

Wie die Zukunft aussieht wird sich zeigen. Die Vision aus meiner Geschichte halte ich für realistisch. Ich denke, es ist nicht eine Frage, ob diese Zukunft kommt, sondern wann sie kommt. Es bleibt spannend 🙂

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