Jul22
ownCloud im Praxiseinsatz

Ein Erfahrungsbericht mit ownCloud Version 5.0.6 im Praxiseinsatz. Die ersten Schritte mit ownCloud stehen im Blog private Cloud mit ownCloud.

Umzug von Google nach ownCloud

Wer bisher bei Google war sollte seine Kontakte und Termine umziehen, um nicht noch mal alles neu bei ownCloud eingeben zu müssen. Dies geht über die export und import Funktionen sehr einfach.

Kontakte

Um Kontakte bei Google zu exportieren, müssen diese alle im Kontakt-Manager markiert werden. Anschließend auf den Button Mehr und exportieren klicken. Man bekommt eine vCard Datei mit allen Kontakten zum Download.
In ownCloud auf der Kontakt-Ansicht befindet sich links unten ein kleines Zahnrad, mit diesem werden die Import-Einstellungen geöffnet. „Dateien für den Import auswählen“ klicken und vCard Datei auswählen oder die vCard Datei per Drag&Drop in das Browser-Fenster ziehen. Zum Schluss nur noch OK neben Contacts klicken, fertig.
Damit sind alle Kontakte importiert. Die Mail-Adressen stehen alle bei Arbeit, nicht bei Privat, das muss ggf. händisch angepasst werden. Gruppen werden nicht mit übernommen, dafür werden Geburtstage aus den Kontakten in den Kalender eingetragen.

Kalender

Zum Exportieren der Kalendereinträge bei Google in der Kalender Ansicht rechts auf das Zahnradsymbol klicken und Einstellungen wählen. Dort in den Tab Kalender wechseln und Kalender exportieren klicken. Man bekommt die Kalendereinträge als ics-Datei. Wenn man mehr als einen Kalender hat, sind diese in einem zip-File gepackt.
Zum Import in ownCLoud das ics-File in die Datei Ansicht von ownCloud hoch laden und anklicken. owncloud bietet einen Auswahldialog, mit dem man die Termine in den eigenen Kalender importieren kann.

Sync mit dem Smartphone

ownCloud nutzt für den Sync von Terminen und Kontakten die Standards CalDav und CardDav. Mit iOS geht damit der Sync out of the box, Android bietet standardmäßig keine Unterstützung. Mit den Apps CardDav-Sync und CalDav-Sync wird diese Lücke geschlossen. Zum Einrichten muss man nach dem Start der Apps lediglich User und Passwort von ownCloud, sowie die URL vom Adress- bzw. Kalender-Server eintragen. Diese bekommt man in ownCloud in der Kontakt- bzw. Kalender-Ansicht. Dort auf das Zahnradsymbol klicken und dann auf die kleine Weltkugel.  Beide Apps integrieren sich nahtlos in das Android -System und synchronisieren Kontakte und Kalender im Hintergrund mit ownCloud. Es kann der Android eigene Kalender oder welche von Drittanbietern genutzt werden. Beim Anlegen von Kontakten können diese bei Google oder ownCLoud angelegt werden.
Für den Sync von Aufgaben hilft die App Tasks vom gleichen Autor.

Der Sync zwischen Server und Handy ist top und klappt bidirektional ohne Probleme. Allerdings funktioniert der Android interne Kontakt-Editor nicht mehr richtig wenn man Kontakte für ownCloud auf dem Handy anlegt. Es kann nur noch der Name für einen Kontakt eingegeben werden. Um dieses Poblem zu beheben ist die freie App Contact Editor Pro notwendig.

Erfahrungen

Wie schon geschrieben klappt der Sync zwischen ownCloud und Android Smartphone ohne Probleme.

Lesezeichen sind ebenfalls eine gute Sache in der ownCloud, die man so immer und überall zur Verfügung hat. Es steht auch ein spezielles Bookmark zur Verfügung, das man sich im Browser anlegen kann, um ein Lesezeichen auf die Browser-Seite in ownCloud anzulegen, auf der man sich aktuell befindet. Lesezeichen können getagged und so gut strukturiert werden.
Allerdings funktioniert die Lesezeichen Ansicht in ownCloud nicht hinter einem Proxy und auf dem iPad.

Was nicht gut gelöst ist, ist die Funktion, um weitere Personen zu einem Termin einzuladen. Man kann Termine mit anderen ownCloud Usern teilen. Diese müssen aber als Account in der gleichen ownCloud angelegt sein. Teilen geht leider nicht beim Anlegen des Termins. Der Termin muss nach der Anlage noch mal geöffnet und kann dann über die Eingabe eines Namens geteilt werden. Der andere User sieht den Termin anschließend in seinem Kalender. Er bekommt aber keine Mail und kann auch nicht ab- oder zusagen. Termine können auch als ics File exportiert und als Anhang per Mail versenden werden, das ist aber umständlich.

Eine feine Sache ist der Sync mit dem lokalen Filesystem. Auf der ownCloud Homepage kann dafür ein eigenes Programm heruntergeladen werden, das lokal installiert werden muss. In der Konfiguration gibt man den ownCloud Server an sowie User, Passwort und welches Verzeichnis synchronisiert werden soll. Sobald eine online Verbindung besteht synchronisiert das Programm im Hintergrund die lokalen Dokumente mit der ownCloud und das sehr zuverlässig.

Vergleich zu Google Apps

Die Ablage von Dateien ist eine gut funktionierende Sache bei ownCloud, allerdings gibt es keine Apps um Dokumente zu bearbeiten wie auf Google Drive. Lediglich Text-Dokumente können online bearbeitet werden.

Die Integration von Mail, Kontakte und Kalender ist bei Google extrem gut. Aus Google-Mail hat man Zugriff auf Kontakte und Termine. Termine können per Mail versendet (Einladungen) und direkt in einer Mail angenommen oder abgelehnt werden. Bei Bestätigung des Termins wird er direkt im Kalender eingetragen.
Auch die Teamarbeit ist bei Google klasse, z.B. das gemeinsame editieren an Dokumenten mit Google Docs oder der Kalender.

Bei dieser nahtlosen Integration zeigt ownCloud seine Schwächen, insbesondere dann, wenn man Google Web-Mail nutzt. Man hat aus Web-Mail keinen Zugriff auf seine Kontakte. Termine können nicht einfach per Mail versendet werden und wenn man eine Mail mit einer Terminanfrage bekommt, kann diese nicht per Knopfdruck in den Kalender übernommen werden. Auch der Contact Editor Pro ist nicht so gut wie der Originale von Android.

Trotzdem ist ownCloud ein tolles Projekt und bereits heute als Dateiablage in der Cloud super. Die anderen Schwächen werden bestimmt in künftigen Releases behoben. Und wer den Vergleich mit Google nicht hat, ist evtl. so schon begeistert.

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